Künstliche Intelligenz hält in Krankenhäusern und Klinikgruppen zunehmend Einzug. Sie unterstützt beispielsweise bei der Dokumentation, entlastet administrative Prozesse, hilft bei der Auswertung medizinischer Daten und eröffnet neue Möglichkeiten in der Patientenversorgung. Viele Anwendungen versprechen mehr Effizienz, optimierte Entscheidungen und zudem eine spürbare Entlastung der Beschäftigten.

Doch mit den Chancen wachsen auch die Risiken. Was passiert, wenn sensible Patientendaten in falsche Hände geraten? Wie sicher sind KI-Anwendungen, die externe Anbieter betreiben? Wer trägt die Verantwortung, wenn eine KI-Lösung falsche Ergebnisse liefert oder sich manipulieren lässt?

Für die Geschäftsführung und den Vorstand ist deshalb jetzt der richtige Zeitpunkt, eine klare KI-Sicherheitsstrategie für 2027 auf den Weg zu bringen. Denn eines ist sicher: Die KI-Sicherheit ist keine rein technische Aufgabe, sie ist ein wichtiges Thema für die Führungsebene.

Warum braucht Ihr Krankenhaus eine eigene KI-Sicherheitsstrategie?

In vielen Krankenhäusern entstehen KI-Projekte Schritt für Schritt. Ein Fachbereich testet eine Anwendung, die IT-Abteilung prüft einen Anbieter oder Beschäftigte nutzen eigenständig frei verfügbare KI-Werkzeuge. Häufig stehen dabei der unmittelbare Nutzen und die schnelle Umsetzung im Vordergrund.

Das ist verständlich und nachvollziehbar. Doch ohne klare Regeln entsteht schnell ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Anwendungen, Verantwortlichkeiten und Sicherheitsstandards. Die Geschäftsführung und auch die IT-Abteilung verlieren möglicherweise den Überblick darüber, wo KI eingesetzt wird und welche Risiken damit verbunden sind.

Eine KI-Sicherheitsstrategie schafft hier Orientierung. Sie legt fest, welche Ziele das Krankenhaus verfolgt, welche Anwendungen einsetzbar sind und vor allem welche Sicherheitsanforderungen gelten. Sie definiert Verantwortlichkeiten und sorgt dafür, dass Chancen und Risiken systematisch bewertet werden.

Dabei geht es nicht darum, den Einsatz von KI auszubremsen. Im Gegenteil: Klare Leitplanken schaffen die Voraussetzung dafür, KI verantwortungsvoll und mit dem notwendigen Vertrauen einzusetzen. 

Welche Risiken müssen Sie im Blick behalten?

Die Krankenhäuser verarbeiten besonders schützenswerte Daten und sind auf funktionierende medizinische und administrative Prozesse angewiesen. Mögliche Sicherheitsprobleme bei KI können deshalb weitreichende Folgen haben.

Ein wesentliches Risiko besteht beispielsweise im Verlust der Datenkontrolle. Werden Patientendaten oder interne Informationen in nicht freigegebene Anwendungen eingegeben, können Vertraulichkeit und Datenschutz gefährdet sein. Hinzu kommen Schwachstellen in den Anwendungen selbst, durch Dritte manipulierte Eingaben, fehlerhafte Ergebnisse und Abhängigkeiten von externen Anbietern.

Auch die Frage nach der Verlässlichkeit einer Applikation ist entscheidend. Eine KI kann überzeugend formulierte, aber dennoch falsche Informationen liefern. Werden solche Ergebnisse ungeprüft übernommen, kann das medizinische, organisatorische oder wirtschaftliche Folgen haben.

Nicht zuletzt verändert sich die Bedrohungslage. Potentielle Angreifer können KI nutzen, um täuschend echte Phishing-Nachrichten zu erstellen, Angriffe zu automatisieren oder Sicherheitsmechanismen gezielt zu umgehen. Gleichzeitig müssen Krankenhäuser ihre eigenen KI-Anwendungen vor Missbrauch und Manipulation schützen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob Ihr Krankenhaus KI einsetzen wird. Sie lautet: Wie stellen Sie sicher, dass dies kontrolliert, nachvollziehbar und sicher geschieht?

Was sollte die KI-Sicherheitsstrategie 2027 enthalten?

Eine wirksame Strategie beginnt mit einem ersten Überblick:

  • Welche KI-Anwendungen werden bereits genutzt?
  • Welche Projekte sind geplant?
  • Welche Daten werden verarbeitet und welche Geschäftsprozesse sind betroffen?

Ohne diese Bestandsaufnahme bleibt jede Sicherheitsstrategie Stückwerk. Auf dieser Grundlage sollte die Geschäftsführung verbindliche Ziele und Regeln festlegen. Dazu gehören klare Freigabeprozesse für neue KI-Anwendungen, Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit sowie nachvollziehbare Verantwortlichkeiten. Auch der Umgang mit nicht genehmigten Anwendungen muss geregelt sein.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bewertung von KI-Projekten vor ihrer Einführung. Nicht jede Anwendung birgt dieselben Risiken. Eine KI zur Unterstützung interner Textarbeiten ist anders zu beurteilen als eine Lösung, die medizinische Entscheidungen beeinflusst oder auf umfangreiche Patientendaten zugreift. Die Sicherheitsanforderungen müssen deshalb zum jeweiligen Einsatz passen.

Ebenso wichtig ist die Steuerung der Anbieter:

  • Welche Sicherheitsmaßnahmen weist ein Dienstleister nach?
  • Wo werden Daten verarbeitet?
  • Wie werden Sicherheitsvorfälle gemeldet?
  • Was geschieht, wenn der Anbieter seine Leistungen einstellt oder die Anwendung wesentlich verändert?

Schließlich braucht es klare Regeln für den laufenden Betrieb. Sicherheitsprüfungen, regelmäßige Kontrollen, dokumentierte Änderungen und geschulte Beschäftigte helfen, Risiken frühzeitig zu erkennen. Eine KI-Sicherheitsstrategie ist kein einmaliges Papier, sondern ein fortlaufender, dynamischer Führungs- und Steuerungsprozess.

Wer trägt die Verantwortung?

Die Verantwortung lässt sich nicht allein an die IT-Abteilung delegieren. Die IT bringt das notwendige technische Wissen ein. Der Informationssicherheits- und der Datenschutzbeauftragte bewerten Risiken und Anforderungen. Die Fachbereiche beurteilen den praktischen Nutzen und die Auswirkungen auf ihre Prozesse. Zudem muss der Betriebsrat mit eingebunden werden.

Doch die Geschäftsführung muss den Rahmen setzen, Prioritäten bestimmen und für angemessene Ressourcen sorgen. Sie muss sicherstellen, dass Zuständigkeiten geklärt sind und Entscheidungen nachvollziehbar getroffen werden.

Dazu gehört auch eine geeignete Steuerung. Ein KI-Beauftragter oder eine vergleichbare koordinierende Funktion kann helfen, Anforderungen zusammenzuführen, Projekte zu begleiten und die Geschäftsführung bei Entscheidungen zu unterstützen. Entscheidend ist, dass diese Rolle klar definiert ist und mit IT, Informationssicherheit, Datenschutz, den Fachbereichen und dem Betriebsrat zusammenarbeitet.

Auch rechtliche Vorgaben, insbesondere die europäische KI-Verordnung, Datenschutzanforderungen und bestehende Pflichten zur Informationssicherheit müssen berücksichtigt werden. Welche konkreten Anforderungen gelten, hängt unter anderem von der jeweiligen Anwendung und ihrer Risikokategorie ab. Eine pauschale Freigabe nach dem Prinzip „Das wird schon funktionieren“ reicht nicht aus.

2027 beginnt mit den Entscheidungen von heute

Wer die KI-Sicherheitsstrategie erst dann angeht, wenn ein Sicherheitsvorfall auftritt oder eine Prüfung konkrete Mängel offenlegt, handelt zu spät. Bis dahin können sich unkontrollierte Anwendungen als „Schatten-IT“ etabliert und ungewollte Abhängigkeiten verfestigt haben.

Nutzen Sie deshalb die verbleibenden Wochen des Jahres 2026, um die Ausgangslage Ihres Krankenhauses zu bewerten und die Prioritäten für 2027 festzulegen. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme, identifizieren Sie die größten Risiken und vereinbaren Sie einen verbindlichen Maßnahmenplan. Definieren Sie, wer die Umsetzung steuert und wann die Geschäftsführung über Fortschritte und offene Risiken informiert wird.

Adiccon unterstützt Sie auf dem Weg zu einer sicheren KI-Nutzung

Eine tragfähige KI-Sicherheitsstrategie verbindet technisches Know-how mit Kenntnissen der Krankenhausorganisation, der Informationssicherheit und der praktischen Einführung von KI-Lösungen. Genau diese Verbindung ist entscheidend, damit aus guten Absichten belastbare Strukturen werden.

Adiccon kann hier praktische Erfahrungen einbringen und unterstützt Krankenhäuser und Klinikgruppen dabei, KI-Anwendungen sicher zu bewerten, Verantwortlichkeiten zu klären und geeignete Sicherheitsmaßnahmen in bestehende Prozesse zu integrieren. Dazu übernehmen wir gerne die Funktion des KI-Beauftragten.

Unser Appell an Sie, die Geschäftsführung: Warten Sie nicht, bis ein Vorfall den Handlungsbedarf sichtbar macht. Machen Sie KI-Sicherheit jetzt zu einem festen Bestandteil Ihrer Planung für 2027. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf und vereinbaren einen ersten Austausch zu Ihrer KI-Sicherheitsstrategie: walter.schaefer@adiccon.de oder mobil unter 0160 90997764.