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SBC – Session Border Controller: Eine vielseitige Netzwerkkomponente zur sicheren Anbindung der Kundenanschlüsse an die IMS-Plattform
Mittwoch, 20.07.2016

Das klassische Telekommunikationsnetz befindet sich seit einigen Jahren im Umbruch. Getrieben von fallenden Endpreisen, harter Konkurrenz aus dem Instant Messaging Umfeld und einer in der Wartung sowie im Betrieb kostenaufwendigen veralteten Technik, sehen sich die Service-Provider im Zugzwang, die teure und antiquierte leitungsvermittelte Netzwerktechnologie gegen ein modernes und in der Serviceproduktion günstigeres paketbasiertes All-IP Netz (NGN – Next Generation Network)  zu ersetzen. Ein weiterer wichtiger Beweggrund für diesen Schritt sind die vielseitigen Möglichkeiten, die das NGN bei der Bereitstellung neuer Produkte bietet, die über eine reine Telefonie hinausgeht, wie z.B. WebRTC, IM, Video, TV, Konferenz und File-Sharing. Um  diese Anforderungen zu erfüllen, wurde durch das internationale 3GPP-Gremium das IMS – IP Multimedia Subsystem standardisiert, das auf der einen Seite neue IP-basierte Dienste bereitstellt und auf der anderen Seite die klassischen Telefonnetze mit den modernen Telekommunikationsnetzen verbindet.

Der Session Border Controller (SBC) stellt die Perimeter-Komponente für das IMS-Netz dar und bietet eine Vielzahl an funktionalen Eigenschaften, die der Service-Provider bei der Anbindung des Kundenanschlusses und von Fremdnetzen an seine Plattform voraussetzt. Diese sind u.a.:

  • Bereitstellung eines Zugriffs zu gesetzlich vorgeschriebener Telekommunikationsüberwachung
  • Verbergen der Netztopologie
  • Abwehr von Angriffen (Firewall, Deep Packet Inspection)
  • Zugangskontrolle durch Authentisierung
  • Verschlüsselung der Datenströme
  • Auslastungskontrolle durch Verkehrsüberwachung
  • Qualitätsmanagement durch SLA-Monitoring
  • Codec-Umwandlung von Medienverkehren
  • Protokoll-Konvertierung für Signalisierungsströme
  • Peering zu anderen Service-Providern


In der Enterprise-Ausführung bietet der SBC eine Vielzahl an Funktionen, die das Unternehmen, z.B. im Rahmen einer Migration der veralteten ISDN-basierte Telefonanlage zur IP-PBX, nutzen kann (siehe auch Adiccon-Artikel „ISDN stirbt aus“). Dabei bietet die Einführung des SBC folgende Vorteile:

  • Schutz vor Gebührenbetrug („Toll Fraud“)
  • Abwehr von Angriffen auf das Netzwerk des Unternehmens
  • Vertraulichkeit durch Verschlüsselung des Sprachverkehrs
  • Interoperabilität von unterschiedlichen Endgeräten und Transcodierung


Dieser hohe Grad an Eingriffsmöglichkeiten wird erreicht, in dem der SBC als Back-to-Back User Agent (B2BUA) zwischen dem Client am Kundenstandort und der IMS-Plattform agiert. Als B2BUA terminiert der SBC die ankommenden Sessions und baut nach Überprüfung und Manipulation des Signalisierungs- sowie des Medienstromes, eine neue Sitzung zum ursprünglichen Ziel auf.

Die zwei größten etablierten Hersteller im SBC-Markt sind Avaya und Oracle (Acme). Andere Vendoren, wie z.B. Cisco, Mitel, Ingate, Genband, Edgewater, Sonus und AudioCodes, liegen nach einer Studie [1] des Forschungsunternehmens „Infonetics Reserach“ vom Jahre 2015, auf den mittleren Rängen. Aus der gleicher Untersuchung geht hervor, dass der globale Umsatz von Enterprise SBCs für dasselbe Jahr bei 293 Mio. US Dollar lag. Dies entspricht einem Wachstum von acht Prozent im Vergleich zu 2014. Der Absatztrend ist weiterhin positiv. Bis 2020 wird eine jährliche Umsatzsteigerung von fünf Prozent prognostiziert.

Wenn Sie Fragen haben oder weitere Informationen wünschen, sind wir gerne für Sie da. Nehmen Sie Kontakt zu uns auf – wir freuen uns auf Sie!

Autor
Masod Said
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