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Windows – The Wind(ows) of change Part 2

Montag, 30.09.2019

Innovationen schreiten unaufhaltsam voran und manchmal muss man sich dabei von alten, aber liebgewonnenen Dingen verabschieden. Dies trifft beispielsweise auch auf die seit 1981 (MS-DOS, wer sich noch erinnert) etablierte, unerschütterliche Institution BIOS zu, die Firmware unseres Computers, die in einem nichtflüchtigen Speicher auf der Hauptplatine beheimatet ist. UEFI heißt der Nachfolger und hat gleich jede Menge Neues im Gepäck. Von 64 Bit Unterstützung, über Security-Funktionen, wie Secure Boot, bis hin zu einer grafischen Benutzeroberfläche.

Eine der Neuerungen betrifft auch einen anderen Veteranen der IT, den Master Boot Record (MBR), der durch die neue GUID Partition Table (GPT) abgelöst wird. Aber was ist das überhaupt und warum benötigt man so etwas?

Ein Computer ist dumm. Er versteht nur „0“ und „1“. Diese alte IT-Weisheit trifft auch auf den Umgang des Computers mit Speichermedien zu. Er weiß von Haus aus nicht, wie beispielsweise eine Festplatte eingeteilt, also partitioniert, ist. Und was er beim Booten des PCs machen soll, weiß er auch nicht. Bei beidem half ihm bisher der MBR. Er besteht u.a. aus dem Bootloader, welcher grundsätzlich „am Anfang“, d.h. im ersten Sektor des Festplattenspeichers steht und für das Starten des Betriebssystems zuständig ist. Des Weiteren beherbergt der MBR auch die Partitionstabelle, die dem Computer sagt, wie die Festplatte partitioniert ist, wie groß diese Teile sind usw. GPT erfüllt grundsätzlich dieselben Funktionen wie der MBR, hat aber gegenüber diesem altbewährten Dinosaurier einige Vorteile:

 

  • Bootloader

Stand beim MBR, wie bereits ausgeführt, der Bootloader stets im ersten Sektor der Festplatte, gönnt sich GPT gleich eine eigene kleine Partition. Diese Dekadenz ist sehr hilfreich, da sie die Handhabung von Multibootsystemen enorm vereinfacht. Jedes zu bootende Betriebssystem erstellt einfach seinen eigenen Eintrag innerhalb dieser Partition.

 

  • Partitionstabelle

Zwar hält GPT für die Kompatibilität auch die MBR-Partitionstabelle bereit, hat aber zusätzlich noch seine eigene Tabelle, mit einigen Informationen mehr als beim MBR. Diese Tabelle hält GPT redundant vor, was zusätzlich zu den für den Integritätscheck nötigen Prüfsummen für mehr Sicherheit sorgt.

Im Gegensatz zu den maximal 4 möglichen „Primären Partitionen“, die MBR unterstützt, kann es bei GPT theoretisch unendlich viele Partitionen geben. In der Praxis unterstützt Windows 10 bisher immerhin 128.

All dies wird dem normalen Anwender mehr oder weniger egal sein, da er davon beim täglichen Arbeiten wenig bemerkt. Da jedoch die Festplatten immer größer werden, und das zu erschwinglichen Preisen, sind die Grenzen des MBR eigentlich längst erreicht. Er unterstützt nämlich nur Festplatten bis zu einer Größe von 2 TB. GPT dagegen verschiebt diese Grenze mit unterstützten 9600 TB um ein Vielfaches.

 

Man kann also sagen, dass GPT mehr Features unterstützt als der bewährte MBR und sicherer ist, auch zukunftssicherer.

Was aber tun, wenn der eigene Computer zwar UEFI unterstützt, jedoch mit MBR aufgesetzt wurde und somit von den Möglichkeiten des modernen GPT nicht profitiert?

Wer seine Systempartition auf GPT konvertieren wollte, musste bis April 2017 dafür sein System neu aufsetzen. Seit dem Windows 10 1703 Creators Update steht für diese Aufgabe jedoch das Kommandozeilentool „mbr2gpt“ zu Verfügung, welches die Konvertierung schnell und unkompliziert erledigt.

Alles was benötigt wird, ist die Eingabeaufforderung, welche mit Administrator-Rechten geöffnet werden muss. Bei mehr als einer Partition wechselt man natürlich zu derjenigen, die umgewandelt werden soll.

Mit „MBR2GPT /validate /allowFullOS“ wird zunächst geprüft, ob eine Umwandlung problemlos möglich ist. Fällt diese Prüfung positiv aus, kann die Konvertierung mit „MBR2GPT /convert /allowFullOS“ dann auch wirklich ausgeführt werden – voila.

Eine Sache ist jedoch zu beachten, bevor man sich an die Konvertierung seiner Festplatte heranwagt: Unbedingt ein Backup der eigenen Daten machen!!!!!

Nach der Konvertierung ist ein sofortiger Neustart anzuraten. Falls im BIOS bereits eingestellt ist, dass UEFI und „Legacy“ unterstützt werden sollen, ist alles gut. Dann besteht sowohl Kompatibilität zum alten Standard als auch zum Neuen. Falls jedoch allein „Legacy“ konfiguriert ist, muss dort im Zuge des Neustarts unbedingt noch auf UEFI umgestellt werden.

Wie aber ist zu erkennen, ob eine Partition MBR oder bereits GPT nutzt? Da empfiehlt sich ein Blick in die Datenträgerverwaltung. In den Eigenschaften jeder Partition ist im Reiter „Volumes“ der Partitionsstil aufgeführt. Wenn hier also MBR steht, wünsche ich Ihnen fröhliches Konvertieren!

 

Den ersten Teil dieser Serie finden Sie hier: Windows – The Wind(ows) of change

Autor
Oliver Brünnler
IT-Systeme
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